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17 angehende konstruktive Ingenieure machten sich für vier Tage auf, die Welt zu erkunden.

Reisebericht zur Abschlussfahrt der Studierenden der Vertiefungsrichtung Konstruktiver Ingenieurbau

Als Höhepunkt unseres gemeinsamen vierjährigen Weges zum Diplom sollte eine Abschlussfahrt die Kommilitonen noch einmal zusammenführen. Unsere weite Reise (ca. 1.000 km) begann Montag früh um 7 Uhr und endete Donnerstag am späten Abend.

I. Berlin - Schönefeld

Der erste Anlaufpunkt war die Großbaustelle Flughafen Berlin Brandenburg. Der Flughafen Schönefeld wird zurzeit erweitert. Dabei entsteht ein neuer U-förmiger Terminal mit 24 Gates und zwei Landebahnen. Sehr beeindruckend war die Aussicht vom Infotower über die gesamte Baustelle. Man erhielt einen guten Überblick über die Parkhäuser, Hotelanlagen und die riesige freie kragende Vordachkonstruktion des Terminals. Nach einer Stärkung beimBiobauern, einen Katzensprung von der Landebahn entfernt, stand das Schiffshebewerk Niederfinow auf der Tagesordnung.

II. Niederfinow

Das dort befindliche, denkmaltechnisch bedeutende Schiffshebewerk dient derzeit der Beschiffung des Oder-Havel-Kanals. Dieses durften wir durch eine ausführliche Rundführung besichtigen und erfuhren gleichzeitig interessante Details über den benachbarten, bereits begonnenen Neubau. Das schon bestehende, stählerne Schiffshebewerk, mit einer Höhe von 38 m steht unmittelbar vor einem Hochplateau und funktioniert wie ein Fahrstuhl. Dabei liegt die Hublast bei 3000 t. Da dieses Bauwerk jedoch nur für einen Tiefgang von 2,50 m konzipiert wurde, muss durch die neu geplante Tiefe des Kanals auf 4,00 m ein neues Werk geschaffen werden. Von der vorhandenen Aussichts-plattform konnten wir die aktuelle Gründungsphase gut beobachten und uns durch Modelle in der Ausstellung den fertigen Bau genau vorstellen.

III. Hamburg

Bei der Anfahrt waren die riesigen Türme des Kohlekraftwerks Moorburg wegweisend. Diese Großbaustelle hat ein Investitions-volumen von über 2,5 Mrd. € und wird, mit einem Wirkungsgrad von 64 % eine der modernsten Anlagen Europas. Der hohe Wirkungsgrad wird nicht nur durch die hochleistungsfähigen Turbinen erreicht, sondern auch durch die Abgabe von Fernwärme nach Hamburg. Die Rundführung über das Baufeld begann bei den zwei großen Kohlesilos. Diese hatten einen Durchmesser von ca. 110m und wurden von einem freitragenden Holzwabendach überspannt. An der langen Kaimauer, welche zur Entladung der kohlebringenden Schiffe aus aller Welt dient, sorgte besonders die integrierte Fischumleitungsvorrichtung für Schmunzler. 

Durch unsere Neugier getrieben, ließen wir trotz späten Nachmittags, die Mittagspause ausfallen und besuchten dafür die Tiefbaumaßnahme der U-Bahnlinie U4. Die neue Trasse soll später den Jungfernstieg mit der ebenfalls im Bau befindlichen Hafencity verbinden. An der Station Überseequartier konnten wir den offenen Baugrubenverbau aus nächster Nähe besichtigen. Sehr interessant war die entstehende Bodenplatte, in welcher die Eisenflechter zwischen unterer und oberer Bewehrungslage aufrecht arbeiteten. Am nächsten Tag nahmen wir an einer ausführlichen Hafenrundfahrt teil.

IV. Celle

Auf der Weiterreise nach Salzgitter übernachteten wir in Celle. Ein geselliger Nachtwächter brachte uns nicht nur die Geschichte der schönen Stadt, sondern auch die architektonische Gestaltung näher. Mit über 500 Fachwerkhäusern ist Celle weltweit einzigartig und absolut sehenswert.

V. Salzgitter

Als Abschluss der Exkursion durften wir an einer ausführlichen Führung im Stahlwalzwerk der Salzgitter AG teilnehmen. Als erstes sahen wir in diesem 38 km²großem Areal die Roheisenherstellung. Unmittelbar neben dem Hochofen konnten wir bei Temperaturmessung und Qualitätsüberprüfung des flüssigen Roheisens zusehen. 

Nach dem anschließenden Weg in die nächste Halle kamen die immer noch glühenden Stahlbrammen zur Walzstraße. Auf einer Hallenlänge von 1000 m wurden durch viele Walzvorgänge als Endprodukt bis zu 1,8 km lange und 1,5 mm bis 25 mm dicke Stahlblechrollen erzeugt. Trotz der sicheren Entfernung zumFertigungsprozess hätte für diesen Saunagang nur noch ein Handtuch gefehlt.

Christoph Völker

Letzte Änderung: 20.6.2017
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