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Bauen im Königreich

Touristenmagnet London, auch lohnendes Ziel für Bauingenieure.  

Wir, die Studenten des achten Fachsemesters, bekamen im Rahmen der Vorlesungsreihe Bausanierung das Angebot, an einer Exkursion nach London teilzunehmen. Ziel der Fahrt war der umfangreiche Einblick in die Aufgaben und Tätigkeiten des englischen Ingenieurbüros Sinclair Johnston inklusive Besichtigungstouren zu dessen aktuellen Baustellen.
Da der Fachbereich, speziell Professor Gaber, langjährige Kontakte zu Sinclair Johnston pflegt, erklärte sich dieser bereit uns, zu betreuen. Als Ansprechpartner stand uns der ehemalige HTWK Student und jetziger Mitarbeiter des Büros, Thomas Schäfer, zur Seite.
Unsere Reisegruppe bestand letztlich aus 12 Teilnehmern, darunter 10 Studenten verschiedenster Vertiefungsrichtungen, sowie Professor Gaber und Dr. Freytag.
Am Donnerstag dem 05. Juni 2008 war es dann soweit. Nach einem knapp zwei stündigen Flug von Altenburg Nobitz, landeten wir in London Stansted Airport. Nach der folgenden Zug- und Undergroundfahrt konnten wir im Youth Hostel Quartier beziehen.
Zum Ausruhen blieb jedoch keine Zeit, denn das Programm war eng gestrickt, und es stand die Besichtigung der St. George´s Bloomsbury Church am  späten Nachmittag an.
Die Führung wurde von Herrn Sinclair Johnston persönlich durchgeführt und erlaubte uns viele aufschlussreiche Einblicke in die Problemlösungen bei der Sanierung von Rundbögen, Pfeilern und Natursteingemäuer einer knapp 300 Jahre alten Kirche.
Anschließend führte uns Herr Johnston durch den Stadtteil rund um Holborn und zeigte uns einige renommierte Gebäude, deren Instandsetzung durch sein Ingenieurbüro geleitet wurde. Der Tag klang gesellig im Gespräch mit Kollegen von Sinclar Johnston während des Abendessens aus. So konnten wir uns mit den Mitarbeitern des Ingenieurbüros bekannt machen und erste Informationen austauschen.                                     

Am folgenden Vormittag besuchten wir zwei Baustellen auf der 25th Avenue Road, welche sich im Villenviertel von London befindet. Hier wohnen Stars wie Paul McCartney und Madonna, viele Geschäftsleute, zahlreiche Mitglieder des internationalen Geldadels. Aufgrund dieses Klientels herrscht in dieser Gegend ein reges Baugeschehen auf hohem Niveau. Bestehende stark sanierungsbedürftige Gebäude werden denkmalgerecht und mit neuster TGA Ausstattung aufwendig hergerichtet. Dabei spielen die Kosten scheinbar eine untergeordnete Rolle. In dem am Nachmittag von uns besuchten “Royal College of Pathology“ wurden neue Hörsäle im Kellerbereich integriert. Das bestehende Kellermauerwerk sollte dabei sichtbar bleiben. Die nun neu geschaffenen und geschlossenen Durchbrüche mussten farblich an das Bestandsmauerwerk angeglichen werden. Dazu wurde das ursprüngliche Mörtelrezept über Versuche wiederhergestellt. Anschließend wurde mittels  Sandstrahlverfahren das gesamte Mauerwerk gereinigt. Somit war kein Unterschied zwischen dem alten und neuen Ziegelmauerwerk festzustellen. Abschließend besichtigten wir die “Whitechapel Art Gallery“. Dort wurden ein altes Bibliotheksgebäude und die Gallery zu einem Gebäude zusammengeschlossen. Wie auch an den anderen Baustellen war der gesamte Baukörper eingehaust und mit einem originellen Bauzaun abgesichert. Der Rest des Tages stand uns zur freien Verfügung, so konnten wir das Londoner Nachtleben erkunden. Dieses beginnt im Gegensatz zu dem in Deutschland schon ab 20.00 Uhr, endet allerdings auch gegen 24.00 Uhr.
Der letzte Tag unserer Exkursion begann in der St. Georges Church. Dort führte uns Mr. Johnston durch die Dachkonstruktion, ein Hängewerk, was auch noch das Gewölbe des Kirchenschiffes trug. Interessant waren die konstruktiven Tricks der damaligen Baumeister und wie sie die anstehenden Probleme lösten. So war das Tonnengewölbe in Leichtbauweise ausgebildet. Es bestand aus einer Bretterschalung mit aufgeworfenem Putz, welcher dann bemalt wurde.
Anschließend ging es zum Hanover Square. Ein dort befindliches Restaurant im Kellergewölbe lud zum Mittag ein. Die Sanierung dieser Kreuzgewölbe wurde ebenfalls von Sinclair Johnston betreut. Geöffnete Tower Bridge   Um auch die touristischen Attraktionen von London zu erleben, begleitete uns Thomas Schäfer entlang der Themse. Dabei konnten die London Bridge, Millennium Bridge und die Tower Bridge bestaunt werden. Später schlenderten wir noch durch die Londoner Innenstadt, vorbei am London Tower,  Saint Paul´s Cathedral, Big Ben und London Eye.
Am Sonntag mussten wir uns leider von dieser dynamischen und beeindruckenden Stadt verabschieden. Der Transfer zum Flughafen konnte in den frühen Morgenstunden noch nicht über das sehr gut ausgebaute U-Bahn Netz stattfinden, jedoch war der Busverkehr bereits im Gange. So errichten wir unseren Flug pünktlich und landeten in den Nachmittagsstunden wieder in Altenburg. Rückblickend wünschen wir nachfolgenden Semestern, dass diese Exkursion auch weiterhin lebt und ausgebaut wird. Dadurch ist es möglich, Einblicke in den Arbeitsablauf anderer Länder zu gewinnen. Eventuell ergeben sich auf diese Weise auch Einstiegschancen in ein Berufsleben außerhalb von Deutschland. Zusammenfassend währe zu sagen: London lohnt sich nicht nur touristisch sondern auch beruflich.  

Peter Gräfe & Christian Pfütze

Letzte Änderung: 20.6.2017
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